Dez
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Hawaii-Quali beim Ironman Lanzarote

Aloha -- Hawaii kann kommen! Unser Kunde Olaf Lechtenfeld hatte beim IM Lanzarote 2014  die Quali geschafft und war überglücklich!! Intensiv vorbereiten konnte er sich direkt vor Ort - bei uns im Camp auf Lanzarote!  Hier lässt er Euch an seinen Camp- und Wettkampferfahrungen teilhaben: "In meinem fünften Ironman-Rennen und in neuer Altersklasse (M55) wollte ich dieses Jahr einem Hawaii-Slot nachjagen, zuerst am 17. Mai in Lanzarote. Das Training begann ernsthaft im November, mit der Vorbereitung auf den Midwinter-Marathon am  02. Februar in Apeldoorn (NL). Abgesehen von etwas Spinning, einigen Einheiten auf der Rolle und den drei wöchentlichen Schwimmterminen bestand der Winter hauptsächlich aus Lauftraining. Die 2:59:43 zeigten, dass ich auf dem richtigen Weg war.  Da Lanzarote früh in der Saison liegt, musste zur Rad-Vorbereitung ein Trainingslager im Süden her, am besten gleich auf der Insel. Gesagt, getan: 11 Tage im Lanzarote-Trainingscamp von PTT waren genau die richtige Grundlage. 10 Wochen vor dem Wettkampf war ich zwar schon mitten in Vorbereitungsphase 2 und deutlich weiter als die anderen Camp-Teilnehmer. Aber in der schnellen Radgruppe und beim Laufen mit anwesenden Profi-Athletinnen konnte ich die richtigen Reize setzen, und die Freiwasser-Einheiten im Meer waren auch hilfreich. Dank eines Bike-Fitting bei Pascal ließ sich meine Kraftübertragung noch verbessern. Obwohl ich die Ironman-Strecke noch von einer Teilnahme 2012 in Erinnerung hatte, zahlte sich die Auffrischung für den Wettkampf klar aus: ich kam mit der Kräfte-Einteilung, den anspruchsvollen Abfahrten, der Sonneneinstrahlung und dem fiesen Nordwind viel besser klar als die meisten anderen. Das PTT-Camp war eine optimale Mischung aus Training und Urlaub. Über die Zimmerbörse konnte ich ein Apartment mit Hansi teilen -- völlig problemlos. Die organisatorische und sportliche Betreuung war ziemlich professionell (danke Markus und Flo!), und die Teilnehmergruppe, wenn auch großenteils auf niedrigem Leistungsniveau, total nett. Trotz 900 Rad-km @ 12000 Hm, 80 Lauf-km und 10 Schwimm-km sowie einigen Dehn- und Stabi-Einheiten, verteilt über 47 Stunden, blieb genug Zeit für Regeneration in der erstklassigen Unterkunft, mit spitzenmäßigem Essen und gelegentlichem Abhängen in einer Strandbar. Der letzte Abend war unvergeßlich! Glücklicherweise war der Winter in diesem Jahr gnädig, und so konnte ich nach einwöchiger Erholung das Radtraining zu Hause in Hannover intensivieren mit 250 bis 500 Wochenkilometern. Dazu kamen einige 30 km-Läufe, regelmäßiges Tempotraining auf der Bahn und Ausdauerschwimmen bis 3000 m. Der Trainingsaufwand summierte sich auf 15-20 Stunden pro Woche. Seit Beginn des Jahres waren so bis zum Wettkampf 3600 km auf dem Rennrad, 1100 km in den Laufschuhen und knapp 100 km im Wasser zusammen gekommen. Und es hat sich gelohnt: Bei eher harten Bedingungen (Windstärke 4-5, 2500 Höhenmeter auf der Radstrecke, 27 Grad aber Sonne pur auf der Laufstrecke) und einer Rekordbeteiligung von 2100 Athleten musste ich als schlechter Schwimmer wie immer das Feld von hinten aufrollen. In meiner Altersklasse gingen 66 an den Start, und erfreulicherweise war die Anzahl der Hawaii-Slots auf zwei aufgestockt worden. Allerdings hatte ich auch schon zwei stärkere Konkurrenten identifiziert. Nach knapp 1h25 aus dem Wasser, lag ich auf AK-Platz 42.  Auf den ersten 60 km der Radstrecke war es schwer, das Windschattenverbot strikt umzusetzen. In den schweren Anstiegen hatte ich gute Beine, fuhr aber so zurückhaltend, dass ich nach km 120 noch richtig Gas geben und viele Plätze gutmachen konnte. Die auf dem Rad mitgeführten 2500 kcal hatte ich richtig kalkuliert. Der Radsplit von 6h08 war dann der viertbeste in der AK und schob mich auf AK-Platz 9 vor. Jetzt zahlten sich die Koppel-Einheiten aus, und ich konnte die ersten 25 km in einem 4m45 Tempo joggen. Zusätzlich motivierend waren die Begegnungen mit Susan Blatt, die ich aus dem PTT-Trainingscamp kannte und die zu diesem Zeitpunkt überraschend das Frauenfeld anführte. Zwischen km 28 und 37 dann der mentale Härtetest: den allmählichen Tempoverfall eindämmen und mit aller Kraft gegenhalten. Nach dem letzten Wendepunkt wusste ich mich bereits auf AK-Platz 5 und konnte in die letzten 5 km noch Reserven packen und das Tempo wieder anziehen. Am Ende blieb die Uhr bei 11h15 stehen -- Gesamtplatz 317, aber Dritter der Altersklasse! Am Folgetag bei der Hawaii-Startplatz-Vergabe wird dann die Hoffnung auf das Sahnehäubchen zur Gewißheit, als der Schotte und der Däne, die noch vor mir lagen, schon die Kona-Erfahrung gemacht hatten und bei der Startplatz-Vergabe abwinkten. Dem Feiern auf der Awards Party im Club La Santa samt Podiumserfahrung stand dann nichts mehr im Wege. Schweben auf Wolke sieben. Aloha -- Hawaii kann kommen!" Olaf Lechtenfeld, 08.06.2014
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