Jul
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Kreta-Pionier Tobias berichtet

Vom 13. - 20.04.2018 war der Kaiserlauterner Triathlet Tobias Alt zusammen mit 9 weiteren Radsportlern und Triathleten Teil der PTT-Teamreise nach Kreta. In dieser Woche haben die Teilnehmer als #kretapioniere18 das Hotel und die Trainingsbedingungen auf der Insel ausgiebig für Euch getestet. Seine Eindrücke von Kreta hat Tobias für Euch nachstehend zusammengefasst: Im April 2019 wird Euch Tobias als Teil unserer PTT-Trainerteams vor Ort im Triathloncamp betreuen! Im Frühjahr diesen Jahres hatte ich die Chance, mit Pro.TrainingTours eine Woche auf Kreta Rad zu fahren, die Insel so auf 2 Rädern zu erleben, schöne Anstiege, einsame Gegenden und großartige Aussichten zu genießen. Aber von Beginn an: Radtraining auf Kreta? Ich habe erstmal das Internet bemüht. Über Radsport findet man hier relativ wenig. Auf Strava sind ein paar Segmente zu finden, aber auch hier spricht nichts für eine „Radregion“. Der Bekanntenkreis spricht von „schlechten Straßen“, rücksichtslosen Fahrern, Eseln auf der Autobahn. Klingt alles abenteuerlich. Das Hotel soll ein ehemaliger Club sein. All-Inclusive, mit vielen Tennisplätzen. Ob das der richtige Ort ist für Triathlon-Training? Immerhin soll es dort den einzigen 50m Pool auf Kreta geben. Ich habe Trainingslager auf Lanzarote, Fuerteventura, oft Mallorca und Girona gemacht. Es ist mal Zeit für etwas Neues. Also ging es los – nach Kreta, dort an die Nordküste, ins Hotel Lyttos Beach. Nach 4h Flug landen wir und sind schon am Flughafen eine Attraktion: Was auf den Kanaren und Mallorca ein täglicher Anblick ist, sorgt hier für große Augen und fragende Gesichter: Reisende mit Fahrrädern in Kisten und Koffern. Okay, so oft scheint das hier nicht vorzukommen. Im Lyttos Beach angekommen, ist die erste Handlung: Wechsel von Jeans in kurze Kleidung denn die Luft ist wunderbar warm. So soll es sein! Die Zimmer sind vollständig neu, sogar 2 Badezimmer, zwei Fernseher, Kühlschrank, Wasserkocher. Erstes Plus – das ist echt top und hier fühle ich mich richtig wohl!!! In der Mitte des Hotels liegt ein Pool, mitten in der Sonne. 5x 50m Bahn (2 waren abgetrennt mit Leinen). Wassertemperatur: 24 Grad. Ich kann mich kaum bremsen, wer mich jetzt vom ersten Reinspringen abhalten will muss echt richtig gute Argumente haben. Zweites Plus – der Pool ist geil und gehört die nächsten Tage mir! In den nächsten Tagen muss die Entscheidung was das Schwimmen angeht zwischen Open-Water und Pool getroffen werden – denn das Meer lädt zum schwimmen ein (auch ohne Neoprenanzug). Die erste Fahrt auf dem Rad zeigt schon, worauf wir uns die nächsten Tage einstellen müssen: Es geht oft bergan. Fast genau so oft geht es aber auch bergab. Dauerhaft aber bleibt die Aussicht: Kreta ist wunderschön. Die Landschaft wechselt zwischen unendlichen Olivenbaum-Plantagen zu verklüfteten Bergen und erinnert oft an Mallorca mit dem Tramuntana Gebirge. Aber gegenüber Mallorca fehlt hier etwas ganz entscheidendes: Es gibt kaum Autos. Teilweise habe ich mich wirklich gefragt, ob hier noch andere Menschen im Hinterland unterwegs sind. Die Straßen sind auch nicht so schlecht wie ich befürchtet habe. Glatt und neu asphaltiert ist natürlich etwas anderes. Aber es ist alles völlig okay. Für die Einwohner sind wir ein völlig neuer Anblick: Viele bleiben stehen, schauen verwundert, aber erfreut den dünnen Sportlern auf den Bikes zu. Manche rufen anfeuernd etwas, Andere schenken uns an den Anstiegen oben sogar Orangen und Wasser. Das Klima ist super angenehm (Zeitraum April), nur 1x in den ganzen 8 Tagen muss die Windjacke ausgepackt werden. Wir sind völlig erstaunt über die Freundlichkeit der Menschen hier. Drittes Plus – hier geht’s auf dem Rad zur Sache und es ist einfach wunderschön hier! In den nächsten Tagen und Ausfahrten erwartet uns vor allem eins: Viele Höhenmeter. Der erste Eindruck aber bleibt: Wirklich entspanntes Fahren weil so wenig Verkehr, tolle Aussichten, duftende Olivenplantagen und Sonne satt machen jede Anstrengung wert. Auch in Richtung Küste kommend auf stärker befahrenen Straßen haben wir nie das Problem gehabt, dass rücksichtslos gefahren wird. Das ist wirklich klasse. Zurück im Hotel lädt „mein“ Pool natürlich zum Sprung ins Wasser ein oder es gibt einen kleinen Koppellauf an der Strandpromenade: Direkt am Hotel verläuft eine flache Promenade, 10-12 km kann man hier locker zusammen bekommen. Das ist zwar kein Highlight und man schlängelt sich durch Touristen und das ein oder andere Auto – aber man kann hier ohne Probleme seine Lauf-Kilometer machen. Viertes Plus – hier kann man sogar richtig gut trainieren! Nach dem Training ist der gemeinsame Treffpunkt am Pool mit einem Kaffee, Waffeln und ein paar Leckereien aus der Bar (ist ja all-inclusive) obligatorisch. Fünftes Plus – ich hab hier grade echt viel trainiert, liege am Pool mit Kaffee und Kuchen – sorry besser geht’s grad gar nicht! Was bleibt mir jetzt im Nachhinein zum Training auf Kreta zu sagen? Die Zeit auf Kreta war natürlich viel zu kurz. Wie so oft, wenn man eine Zeit wirklich genießt. Nicht nur, dass wir als Gruppe außerordentlich gut harmoniert und uns alle angefreundet haben, wir hatten aufgrund der äußeren Bedingungen (Hotel, Landschaft und Radstrecken und nicht zu vergessen das leckere Buffet im Hotel) einfach eine großartige Zeit. Und die vermisse ich schon. Kreta ist für jeden Radsportler mit etwas Ambition zu 100% eine Reise wert. Man sollte auf solide Bereifung achten und auch bei der Wahl der Schaltung sich auf knackige und lange Anstiege einstellen (wir fuhren 36-30). Dann macht Kreta richtig Spaß, sorgt für starke Beine und ein breites Grinsen im Gesicht. Bedanken möchte ich mich bei Pro.TrainingTours für eine unvergesslich Woche - und bei jedem Teilnehmer in unserem Camp, denn wir sind als 10 Freunde wieder heim gekommen. Ich wünsche Euch, dass Ihr mindestens eine genau so gute Zeit auf Kreta habt, wie wir es hatten!  Euer Tobias Alt
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